Corona und danach – ein Text von Alfred Darda

CORONA UND DANACH

Wir leben in schwierigen Zeiten, und wir wissen alle, dass das Leben ein ständiger Existenzkampf ist, vor allem in dieser Coronakrise, wo Ansteckung mit Todesfolge möglich ist, und viele Existenzen bedroht sind. Wenn wir diese Tatsache erkennen und begreifen, und uns positiv der Situation stellen, sind wir auch im Stande, trotz der schweren Lebenssituation Lebensinhalte wie Liebe, Solidarität, Kreativität und den Mut zum Leben zu erhalten.

Oft werden gerade in der Krise wesentliche Impulse in uns geweckt und eine Energie erzeugt, die uns und anderen hilft. Die inzwischen entstandene Pandemie ist überall verschieden und fordert immer mehr Einsatz heraus.

Dieser kleine Virus hat eine Situation herbeigeführt, die unseren wirtschaftlichen Wachstumswahnsinn unterbrochen hat. Diese Situation haben wir freiwillig und aus Vernunft nicht selbst herbeigeführt. Nun muss der Mensch als Macher, dem es nur um materiellen Gewinn und der Macht geht, mit Schrecken erkennen, in welchem Zustand sich die Welt befindet. Manche sagten sogar, „nach mir die Sintflut“. Die Folgen des wahnwitzigen Wachstums überall ging auf Kosten von Millionen Menschen in der Welt, die immer ärmer wurden. Die politischen Mächte in der Welt haben weitere Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht.

Die Krise, in der wir stecken, durch Verstärkung des Materialismus, Rationalismus und den irrsinnigen Fortschrittstaumel, hat eine sinnlose Betriebsamkeit als Folge. Die Zeitangst vor der Zukunft und vor dem Ungewissen erzeugen eine Gegenbewegung, die sich langsam formiert.

Eine starke Bedrohung löst auch einen tiefgreifenden Bewusstseinswandel aus. Die Seinsweise des Habenwollens und die rein materialistische Lebensweise werden sich bald erschöpfen. Wir haben vergessen, dass der Inhalt des Lebens das intensiv gelebte Leben ist.

Diese Krise überwinden wir nur, wenn wir in unser wahres Selbstgefühl zurückfinden. Wir sollten aus dem Käfig unserer Muster ausbrechen, der uns den Weg in die Freiheit versperrt. Die Merkmale für die Existenzweise des Seins sind Unabhängigkeit, Freiheit, Naturverbundenheit, eine kritische Vernunft und vor allem Liebesfähigkeit.

Das schöpferische Potential in jedem von uns, ist die Antriebskraft für diese neue Lebensart. Wenn wir uns in diesem Sinne erneuern, wachsen und liebesfähig werden, entgehen wir der Verzweckung, Vernutzung und Verfunktionalisierung durch das Profitdenken. Wir überwinden die Krise nur, wenn wir die Natur als die stärkste Kraft, auch in uns, befragen, bevor wir blind planen, erfinden, konstruieren und letztlich scheitern. Es bleibt uns keine Wahl, wir sollten uns jetzt entscheiden. Wenn wir Menschen die Ursache dieser Krisen sind, auch für den Klimawandel, dann können auch nur wir Menschen diese Krisen überwinden.

In der Geschichte der Menschheit ist dieser immer wieder zum gefährlichsten Virus mutiert, und hat die technische Möglichkeit geschaffen, die gesamte Spezies der Menschheit und die Natur mehrfach zu zerstören, all das könnte geschehen, im Gegensatz zu einem unschuldigen Virus, der nur seiner Natur folgt, und sich damit ganz anders zum Menschen verhält, der in dem vollen Bewusstsein dieser möglichen Zerstörungskraft handelt.

Wir müssen alles tun, um Lebenskünstler zu werden und die gemeinsame Wurzel in uns finden, die uns nährt und erhellt. Die Gemeinschaft der Menschen wächst, die sich von dieser starken Wurzel nährt, und ihr schöpferisches Potential nicht dem fragwürdigen Markt opfert.

Viele Menschen sind auf ihre eigenste Weise schon beteiligt an der positiven Lebenshaltung. Das sind alle jene, die in den Randbezirken der Gesellschaft leben und ihre Aufgaben mit viel Liebe und Aufopferung erfüllen. Das sind zum Beispiel alle ehrenamtlichen Helfer, Krankenschwestern, Ärzte, Lehrer, Pflegekräfte und viele andere Berufe, die das Gleichgewicht der Gesellschaft erhalten und in dieser Krise ungeheuer wichtig sind. Auch die Politiker sind zu besonderen Leistungen aufgefordert. Auch all die Künstler, die ihr Werk ehrlich erarbeiten, ohne Kompromisse, und oft vom Nischendasein verurteilt werden, wenn sie sich nicht dem Paradigma des Marktes unterwerfen.

Mit dieser geschilderten Lebensweise können wir Krisen überwinden, wenn nicht überwindet die Krise uns. Das sagt Jean Gebser in seinem Buch „Ursprung und Gegenwart“ und weißt damit schon 1948 auf die jetzige Menschheitskrise hin. Denn gelingt es nicht – oder kann oder soll es nicht gelingen-, dass wir diese Krise durch unsere Einsicht überstehen und damit der heutigen Erde und der heutigen Menschheit durch eine Wandlung (oder Mutation) den Weiterbestand für kurze oder lange Zeit erwirken, so wird die Krise uns überstehen, mit anderen Worten, entweder überwinden wir die Krise, oder die Krise überwindet uns. Doch überwindet nur, wer sich selber überwandt.

Zur zukünftigen Orientierung brauchen wir einen gemeinsamen Nenner, der universelle Gesetzmäßigkeiten beinhaltet und ein globales Zusammenleben möglich macht.

Hoffen wir, dass die Fördergelder der Staaten in diesem Ausmaß das gesellschaftliche Leben in allen Bereichen wieder in Gang bringt, und vor allem die Menschen mehr entlohnt, die in der Krise die große Leistung erbracht und das neue Wir realisiert haben. Sie wurden als Helden gefeiert und warten immer noch auf die Entscheidung für einen höheren Lohn.

Es wird in Zukunft immer dringlicher, das Leben wieder den Menschen gemäß zu gestalten und im Dialog miteinander die besten Lösungen zu finden.

Text: Alfred Darda

Alfred Darda in Aktion

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