LIEBLINGSSTÜCKE – Erwin Kastner und Gustav Klimts „Bildtitel Birkenwald I“

Eine gemeinsame Aktion mit der PNP Heimatzeitung und der Kunstakademie ist in der Zeit mit Corona entstanden, „denn Kultur ist nicht nur Balsam, sondern auch Futter für die Seele. Kunst und Kultur helfen, das Leben tiefergehend zu betrachten, über den Tellerrand von Corona hinaus. Solange Museen und Galerien geschlossen sind, springt die Heimatzeitung und Dozent*innen der Kunstakademie ein. In loser Reihe stellen Dozenten der Kunstakademie Lieblingsstücke vor.

Gustav Klimt  „Bildtitel Birkenwald I“ 65×65 Öl auf Leinwand
Als Gustav Klimt (1862-1918) schon längst ein renommierter Künstler war, den Jugendstil der Wiener Ringstrasse durch seine Wandgemälde entscheidend geprägte hatte und Mitbegründer der Wiener Secession war, entstand sein „Goldener Stil“. Durch byzantinische Mosaiken inspiriert, fügte er ornamentale Farbflächen in ein goldenes Bett wie gefasste Edelsteine. In seinen Bildprogrammen beschreibt Klimt den Lebensweg des Menschen, der, durch die Triebe negativ beeinflusst, seine Erlösung in dem Kuss findet. Die Körperdarstellungen besitzen eine subtile Erotik, gleichwohl deren Gestalten sich auflösen in ornamentalen, geometrischen Farbflächen. Dieses Stilprinzip wendet er nicht nur an für seine Paardarstellungen, sondern auch bei den Porträts reicher Damen und den Landschaftsbildern. Dieser flächige Stil ist heute Inbegriff für die intensivfarbige Kunst Klimts, die sein Werk aber erst ab 1905 charakterisiert.

Klimt verstand sich nicht nur auf Gold und Opulenz, er war auch ein genialer Zeichner. Er produzierte im Laufe seines Lebens zahlreiche Zeichnungen. Meist als Vorstudien zu größeren Werken.

Der Sohn eines Graveurs erlernte sein Handwerk an der Wiener Kunstgewerbeschule. Noch auf der Suche nach einem eigenen Ausdruck, ist sein frühes Werk geprägt von dem Historismus Hans Makarts, dem Künstlerfürsten der Donaumonarchie des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Eine Künstlergemeinschaft mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch bildend, erhielten die jungen Maler zahlreiche Aufträge für die Ausgestaltung der neuen Gebäude an der Wiener Ringstraße. Die Treppenhäuser des Wiener Burgtheaters oder des Kunsthistorischen Museums legen Zeugnis von dem historistischen Stil dieses Gemeinschaftsateliers ab.

Wie so viele junge und aufgeschlossene Künstler des Fin de Siècle wandte sich auch Gustav Klimt Ende der 1890er Jahre von der akademischen Tradition ab. Er gründete 1897 mit anderen Künstlern die „Wiener Secession“, der er bis zu seinem Austritt 1905 als Präsident vorstand. Das eigene Ausstellungsgebäude der Secession ist auch heute noch Ort und Tempel für die neue junge Kunst.

Dieses Werk war und ist noch immer eines meiner Lieblingsbilder.

Was Klimt für eine moderne abstrakte und doch realistischen Weg zeigt ist fantastisch.

Der Pinselstrich ist zu spüren und verführt zu einer herrlichen lichtdurchdringenden Stimmung. Die Blätter und Bäume erhalten einen besonderen Bildaufbau als wären sie Ornamente oder Mosaiksteinchen in der Natur – und mich in die Tiefe hineinzieht. Man kann immer wieder neues entdecken ohne einen Sättigungsgrad zu erreichen. 

Tief beeindruckt genieße ich das großartige Werk immer wieder!

Erwin Kastnerin der Reihe „Lieblingsstücke“.

Die Serie ist für weitere Künstler aus der Region offen. Schreiben Sie  an red.reichenhall@vgp.de.

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