LIEBLINGSSTÜCKE -Thomas Lange „Francisco Goyas Werk „Die Erschießung der Aufständischen am 3. Mai 1808“

THOMAS LANGE – LIEBLINGSSTÜCKE

Francisco Goya, „Die Erschießung der Aufständischen am 3.Mai 1808“, 1814

Eine gemeinsame Aktion mit der PNP Heimatzeitung und der Kunstakademie ist in der Zeit mit Corona entstanden, „denn Kultur ist nicht nur Balsam, sondern auch Futter für die Seele. Kunst und Kultur helfen, das Leben tiefergehend zu betrachten, über den Tellerrand von Corona hinaus. Solange Museen und Galerien geschlossen sind, springt die Heimatzeitung und Dozent*innen der Kunstakademie ein. In loser Reihe stellen Dozenten der Kunstakademie Lieblingsstücke vor. Wir starten heute mit Thomas Lange und Francisco Goyas Werk „Die Erschießung der Aufständischen am 3. Mai 1808“. „

Alle Artikel erscheinen in der https://plus.pnp.de/lokales/bad_reichenhall/ und hier bei uns auf dem Kunstakademie Blog!

Worum geht es ? 

Um Liebe!

Worum geht es? 

Es geht um die Vorstellung, Insasse in Ausschwitz gewesen zu sein, aufgrund von Krankheit die Baracke nicht verlassen zu können und beim Morgenappell  nicht antreten zu können, was Ermordung bedeutete.

Meinte Adorno, als er schrieb, „Nach Ausschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“? dass es unmöglich ist (und „unmoralisch“ als vermeintlicher Gutmensch)  ein totes, am türkischenStrand  gestrandetes  syrisches Flüchtlingskind zu imitieren, um seine vermeintliche Betroffenheit auszudrücken.

„Die Erschiessung der Aufständischen am 3. Mai 1808 “ von Goya ist ein großartiges Bild und  eines der bedeutendsten in der europäischen Malerei. Goya erhoffte sich von der französischen Invasion eine Befreiung Spaniens aus dem Dunkel des Mittelalters. Wie gross muss seine Enttäuschung gewesen sein, als er begriff , daß die Franzosen noch grausamer mit der Bevölkerung umgingen als die Spanier selbst.  Aber das eigentliche Thema ist nicht, wie zu vermuten gewesen wäre, eine (politische) Anklage oder eine journalistische Betroffenheit,  sondern die Angst vorm Sterben und vorm getötet werden an sich.  Im  eigentlichen Zentrum des Bildes ( 268 x 347cm, Leinwd.) befindet sich neben dem im Moment in eine theatralisches Bühnenlicht getauchten erstem Opfer der Exekution die Zweite Reihe der nächsten.  Einem Spiegelbild gleich schaut die erste Figur dieser Nachkommenden  dem Betrachter ins Antlitz, die Hände in den Mund gesteckt und in vor Angst gekrümmter Haltung. 

Das Thema Goyas  ist die ureigene Angst, unabhängig von Ländergrenzen oder Ideologien und damit reiner  Humanismus und große Kunst.

Mich verfolgen die „wunderschönen“ Fotos von ertrunkenen afrikanischen Flüchtlingen

am Meeresgrund vor Lampedusa. Auf den erstens Blick erscheinen sie traumhafte abstrakte Malerei in Blau zu sein. Auf dem zweiten Blick erscheint das Grauen: Mütter in Umarmung mit ihren Kindern tot am Meeresgrund.

Kann man das malen und wenn ja wie ?

Ich hab´s versucht und mich in die Idee geflüchtet , ein schönes Bild zu malen, mit schrecklichem Inhalt.

Das Bild von Goya ist nicht nur humanistisch sondern -auch auf Grund seiner Wahrhaftigkeit- schön! 

Thematisiert wird die eigene Angst , um sich mit dem Betrachter zu solidarisieren.

Thomas Lange in der Reihe „Lieblingsstücke“.

Thomas Lange

Lampedusa  2020, 300 x 400 cm / Baumwolle

 

Die Serie ist für weitere Künstler aus der Region offen. Schreiben Sie  an red.reichenhall@vgp.de.

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