food | RULES | tomorrow – honey & bunny at Victoria & Albert Museum

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Das Londoner Victoria & Albert Museum beauftragte das EAT ART Künstlerduo, exklusiv für die Ausstellung „Food: Bigger than the Plate“ (ab 18. Mai) eine EAT ART / Video Arbeit zu produzieren. Die Kurzfilme wurden bereits in London gedreht und werden im Rahmen der Ausstellung einen eigenen Raum bekommen werden.

 

food | RULES | tomorrow

von Sonja Stummerer & Martin Hablesreiter

„Die Art und Weise, wie wir essen, ist biologisch nicht zwingend vorgegeben, sondern kulturell erlernt. Der natürliche Zwang zu essen, wird in jeder Gesellschaft durch ein komplexes System von Konventionen und Regeln eingeschränkt, und von unzähligen, teils absurden Werkzeugen und Gerätschaften begleitet, die vorgeben, wie die Konsumation konkret von statten zu gehen hat. Die Sammlungen des Victoria und Albert Museums legen ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Strukturierung des Essens ab, die wir gemeinhin als Esskultur bezeichnen.

Wie wir unser tägliches Essen gestalten, hat allerdings nicht nur mit Tradition, Kultur, Gesundheit, Diäten und Gourmetkritiken zu tun, sondern ist auch mit CO²-Emissionen, Land-  und Wasserverbrauch, Energie- und Transportsystemen verbunden. Denn auch prall gefüllte Einkaufswagen, steril verpacktes Essen und Wegwerfgeschirr sind Ausdruck unserer Esskultur.

Als Menschen gestalten wir, produzieren, konsumieren – und hinterlassen unsere Überreste. In allen unseren Tätigkeiten folgen wir kulturellen Vorgaben – Traditionen, Regeln und Gewohnheiten. Manche dieser Gepflogenheiten stehen der Idee eines nachhaltigen Lebensstils im Weg. Zum Beispiel die Vorstellung, dass ein Essen, dann besonders elegant und wichtig ist, wenn dabei möglichst viel Geschirr verbraucht wird. Oder der Glaube, dass es unhöflich ist, Reste zu servieren, und peinlich Portionen zu teilen, Überreste einzupacken oder zu verschenken. Oder dass ein Steak besser schmeckt und gesünder ist als ein Beuschel (Lungenragout), und Fleisch sowieso wertvoller als Gemüse. Warum ist es peinlich, danach zu fragen, wieviel Erdgas in einer Glashaustomate steckt? Und warum gilt es als Zeichen von Fortschritt, wenn man im Supermarkt im Frühjahr Weintrauben kaufen kann?

Essen ist ein zutiefst politischer Akt. Mit jedem Bissen verändern wir die Welt: ökologisch, ökonomisch und sozial. Die fünf Videos versuchen gängige Verhaltensweisen über Bord zu werfen und, die bestehenden Werte unserer Esskultur – kindlich und unvoreingenommen – zu hinterfragen. Denn: die Esskultur sind wir!“ (…)

 

Weitere Infos:

https://www.vam.ac.uk/exhibitions/food-bigger-than-the-plate

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