AUSSTELLUNG BARBARA GOERTZ und ANDREA MATHEISEN “ S P U R E N S U C H E“

AUSSTELLUNG BARBARA GOERTZ  und  ANDREA MATHEISEN  

“ S P U R E N S U C H E“ – Malerei, Fotografie und Skulptur

Eröffnung  Mittwoch, 3. Mai 2017, 19 Uhr

Begrüßung:

Monika G. Tauber-Spring, Kulturreferentin der Stadt Bad Reichenhall

Dr. Brigitte Hausmann, Direktorin der Kunstakademie

 

Laufzeit: 3. –  14. 5.2017

Geöffnet jeweils DO, FR, SA und SO von 15 – 19 Uhr

Ort: Städtische Galerie Bad Reichenhall

Altes Feuerhaus, Aegidiplatz 3, 83435 Bad Reichenhall

Unter dem Thema “SPURENSUCHE“  stellen die Malerin und Fotografin Barbara Goertz und die  Bildhauerin Andrea Matheisen ihre Arbeiten in der städtischen Galerie Bad Reichenhall aus.

Die Bildhauerin Andrea Matheisen stellt in ihren eigenwilligen Bronzen die menschliche Figur in reduzierter, harmonischer Ausdrucksweise dar. Emotionen in ihren Höhen und Tiefen werden durch eine feine Körpersprache und die Sprache des Herzens reflektiert. Sie laden ein zu einer stillen Kommunikation zwischen Betrachter und Skulptur  –  Erfahrungsspuren zwischen Körper und Seele.

Die Münchner Malerin und Fotografin Barbara Goertz beschäftigt sich in ihren Werken mit dem visuellen Reiz von “Zeitspuren“. Ihr künstlerisches Anliegen ist es, auf die besondere Ästhetik und Ausdruckskraft von natürlichen Verwitterungsspuren hinzuweisen. In ihren reliefartigen von feinsten Materialrissen und Aufbrüchen geprägten Werken verleiht sie Alterungsspuren eine Wertigkeit, und stellt damit deren übliche Wahrnehmung in Frage. Damit setzt die Künstlerin einen Kontrapunkt zur Ästhetik von allem Glatten und Perfekten.

BARBARA GOERTZ

Barbara Goertz: Zeitspuren  –  die Schönheit des Vergänglichen

„Thema meiner Werke ist die Darstellung korrodierender Oberflächen –  die eigenartige Ästhetik des Morbiden von Materie soll als konzeptioneller und erlebbarer Bestandteil des Bildes festgehalten werden. So dreht sich Wahrnehmung um:  Verfall wird zur Schöpfung eines neuen ästhetischen  Reizes – Ordnung entsteht in der Unordnung.

Jeder Schöpfungsprozess ist der Beginn einer Veränderung und Entwicklung, die auch das Altern einschließt. Diesen natürlichen Lebenszyklus möchte ich in meinen schichtweise entstandenen, reliefartig gearbeiteten Bildern auffangen.“

 Zur Malerei von Barbara Goertz

In ihren abstrakten Gemälden wird das Bildgeschehen von reliefartig gearbeitetem Untergrund, Materialschichtungen und Farbströmen dominiert. Durch die ständigen Verwandlungen und Veränderungen der Formen und Strukturen im Malprozess spiegelt Barbara Goertz das Werden und Vergehen der Natur. Das fertige Bild ist schließlich das Protokoll dieses Prozesses, während dem schöpferische Kräfte und Energien auf ihn einwirken, und damit auch eine Darstellung von Zeit.

Die Freiheit und Offenheit ihrer “informellen Prozessmalerei“ gegenüber traditionellen Form- und Kompositionsgesetzen bedeuten für den Betrachter eine Aufforderung zu assoziativem Sehen. Die Spuren der Bildgenese, wie feinste Materialrisse, Abtragungsspuren, fragmentarische Bild- und Wortfetzen, schaffen einen visuellen Reiz von Vergänglichkeit. Gestische aber auch figurative Linien sowie eine thematische Mehrdeutigkeit laden zum Nachdenken ein, verschleiernde Lasuren zum Träumen. Die Bilder fordern heraus, die Tiefenwirkung freigelegter Bildausschnitte zieht den Betrachter in ihren Bann. Auf der Suche nach bekannten Mustern und Zeichen begibt er sich auf eine Spurensuche.

Zu den Mixed Media Arbeiten von Barbara Goertz

In ihren Mixed Media Arbeiten vereint Barbara Goertz eine Morphologie vom Verbergen und Offenbaren: indem sie dreidimensionale Fotodrucke und Malerei auf einem Bildträger zusammen fügt, regt sie den Betrachter dazu an, die primäre Wahrnehmung zu hinterfragen. Das zerbrechliche und unvorhersehbare Moment der Veränderung und Vergänglichkeit soll über die spürbare Haptik des Bildträgers in die Fotografie getragen werden. So oszillieren die Bilder zwischen Abbildung und fühlbarer Materialität, sie sind Beides: Projektionsfläche und Reflexionsebene.

Vita Barbara Goertz                                                                                                                                                             

Ausbildung zur Fotografin und abgeschlossenes Wirtschaftsstudium mit Psychologie an der LMU München.

In den Folgejahren vertiefende Studien in abstrakter Malerei an der Europäischen Kunstakademie Trier und Kunstakademie Bad Reichenhall.

Seit 1995 freischaffend als Malerin tätig mit zahlreichen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen.

Seit 2012 Dozentin für experimentelle Acryl Malerei an Kunstakademien in Deutschland, Österreich und Italien.

Mitglied bei Kunst Stuttgart International e.V., dem Kunstverein Tölzer Land e.V. und dem Kunstverein Ebersberg e.V.

Lebt und arbeitet in München und im Tessin, Schweiz.

www.barbaragoertz.de                    art@barbaragoertz.de                +49 (0)178 5390379

 

ANDREA MATHEISEN

Andrea Matheisen : Menschen und Emotionen

„Mit der reduzierten Ausdrucksweise meiner Bronzen in Form der menschlichen Figur, konzentriere ich mich auf die für mich wesentliche Sendung.   EMOTIONEN !                     Indem ich mich mit der Eigen – Wahrnehmung von Menschen ebenso wie mit ihrem ur- sächlichen Sein beschäftige, begebe ich mich auf eine Art Spurensuche. Träume, Zweifel, Freude, Liebe, Sehnsucht, Hoffnung, Trost, Zuversicht … Gefühlszustände, die global existieren, drücke ich durch die Körpersprache meiner Figuren aus. Den Körper als Sprache der Seele begreifen. Zwischen Betrachter und Figur entsteht ein Dialog ohne Worte. Eine  unsichtbare Realität von Emotionen.

Die Figuren entwickeln sich während ihres Entstehungsprozesses  zu selbstbestimmten Persönlichkeiten. Ausgedrückt durch ihre überdimensionierten Füße erhalten sie eine besondere Bodenhaftung. Sie stehen fest im Leben, und gerade dadurch können sie sich in ihrem Denken und Fühlen eine Leichtigkeit leisten, die an die Klarheit einer Kinderseele erinnert.

Da die heutige Welt sich in großer Unruhe befindet, treten meine Plastiken entgegen dem Mainstream bewusst unaufgeregt und gelassen auf. Sie befinden sich in positivem Gemütszustand und vermitteln einen Raum der Ruhe und der Poesie. Um das Geheimnis der Identität zu wahren, und die Phantasie des Betrachters zu aktivieren, deute ich die Gesichter nur mit wenigen, klaren Linien an. Ich möchte, dass zwischen dem Betrachter und der Bronze eine so individuelle Beziehung entsteht, dass die Figur eine Art Gefährte des Betrachters wird.  Mal spricht der Eine zu dem Anderen- und dann umgekehrt. Meine Exponate sind fast ausschließlich Unikate- so wie jeder Mensch ein Unikat ist.

Material

Meine Modelle baue ich aus einem Spezialwachs auf, um sie dann in dem hochwertigen Wachsausschmelzverfahren in Bronze zu gießen. Während des gesamten Entfaltungsprozesses begleite ich meine Figuren bei allen Arbeitsschritten, wie etwa das Ziselieren und Patinieren. Bronze ist nicht nur ein Material mit besonders angenehmer Haptik. Sie verdient neben dem Respekt für ihre Wertigkeit auch Phantasie und ehrliche Handarbeit. Bewusst wähle ich dieses klassische Material, mit dem ich modern und zeitlos arbeite. Der Entstehungsprozess dauert Wochen – die fertige Bronze ist eine Freude für die Ewigkeit.“

 

Vita   Andrea Matheisen

Nach  Ausbildung zur Diplom -Mode Designerin an der Hochschule Pforzheim  und  vertiefenden  Studien in den Kunstakademien Augsburg und Hohenaschau, folgte eine Erfahrungszeit in der Kunstschmiede Mark-Andreas Hofmeister, Berg. Anschließend eine Ausbildung zur   Meditationslehrerin, Akademie für Gesundheit, Bad Homburg. Dozentin für Kleinplastiken in Bronze. Emotionsforscherin, Träumerin. Initiatorin der Ateliertage Waldtrudering / München und von Salonabenden mit Ausstellungen, Literatur, Musik und Schauspiel.

Seit 2005 tätig als freischaffenden Bildhauerin und Malerin mit zahlreichen Ausstellungen in Italien, Schweiz, Österreich und Deutschland.

Lebt und arbeitet in München.              www.andrea-matheisen.de

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